Lanthanide und Allergien

 
von Marguerite Pelt
 

Im November 2005 erschien Jan Scholtens Buch „Geheime Lanthanide“, in dem er die Bedeutung dieser neuen homöopathischen Mittel aus zeitgemäßen, „geheimen“ Metallen erläutert. Sie sind besonders hilfreich für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Im Rahmen eines internationalen Seminars im Mai 2006 dokumentierte Jan den Einsatz der Lanthanide bei Neurodermitis anhand von zwei Kinderfällen, die erfolgreich mit Neodymium carbonicum behandelt worden waren.

 

In Holland leiden etwa 400.000 Menschen unter Neurodermitis; das sind etwa 2,5% der Bevölkerung. Damit ist Neurodermitis die vierthäufigste der zehn häufigsten chronischen Krankheiten. Bei Kindern ist sie nach Asthma sogar die wichtigste chronische Erkrankung.

Menschen mit Neurodermitis haben eine (über)-empfindliche Haut, die schneller als gesunde Haut auf Umweltreize reagiert. Solche Reize können sein:
  • Nahrungsmittel, die Allergien auslösen (Kuhmilch, Eier, Nüsse, Fisch) oder Faktoren, die Allergien der Atemwege verursachen (Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare) usw.
  • Psychosoziale Faktoren wie Emotionen, Nervosität, Stress
  • Bakterielle und virale Infektionen
  • Reizfaktoren wie Kosmetika, Seife, Wolle usw.
  • Externe Faktoren wie Hitze, Kälte, Wasser usw.

Neodymium carbonicum
Carbon ist in der Homöopathie ein wichtiger Stoff zur Behandlung von Hauterkrankungen. Es ist in einigen der traditionellen, bekannten Hautmittel, wie Graphites, Petroleum und Calcium carbonicum enthalten. Graphites-Salbe ist bekannt als Mittel gegen Hautrisse und Fußpilz. Teer-Salben werden üblicherweise gegen Ekzeme verschrieben.

Neodym ist ein Metall aus der Serie der Lanthanide. Die Lanthanide werden bei unabhängigen, frühreifen Kindern eingesetzt, die sich nicht gern an Regeln halten. Sie haben oft große Augen und schauen sich alles genau an. Weitere Indikationen, die die Wahl eines Lanthanoids unterstützen, sind Legasthenie, ein starkes Verlangen nach Fleisch und Beschwerden nach Impfungen.

Nach dem Seminar verschrieb ich Neodymium carbonicum ein paar Mal Kindern mit Neurodermitis, doch ohne Erfolg. Dann erst begriff ich, dass Kinder, die Neodymium carbonicum brauchen, einen Vater haben, der nicht präsent ist oder sogar ganz fehlt (die Vaterfigur wird als Protagonist für Kohlenstoff verstanden). So konnte einem kleinen Jungen, dessen Vater oft berufsbedingt abwesend war, geholfen werden; selbst wenn der Vater zu Hause war, war er doch mit seiner Arbeit beschäftigt, und der Junge seufzte: „Ich wünsche, mein Papa wäre öfter hier!“ Ich habe das Mittel auch mit Erfolg Patienten verordnet, deren biologischer Vater unbekannt war.

Jan Scholten verbindet Neodymium carbonicum mit dem „unerreichbaren Vater“, der nicht verfügbar und nicht präsent ist. Stadium 6 des Periodensystems symbolisiert Mut und die Notwendigkeit, sich zu beweisen. Es hat auch einen geheimnisvollen Aspekt: ​​„sich verstecken, sich bedecken, geheim halten“ sind Worte, die diesen Aspekt beschreiben. Als Reaktion auf den Mangel an väterlicher Aufmerksamkeit schlagen die Patienten einen schweren Weg ein: „Sie werden tapfere Draufgänger“. Sie müssen der Welt beweisen, dass sie unabhängig sind und keinen Vater brauchen, der ihnen das Gefühl gibt, wertvoll (Kohlenstoff) zu sein. Es ist, als sei ihre Haut eine Art Rüstung, hinter der sie ihre Verletzlichkeit verstecken. Die Haut wird dicker, rot, juckt und ist überempfindlich.

Reizdarm
Eine weitere Beschwerde, bei der die Lanthanide helfen können, ist das Reizdarmsyndrom. Spastischer Darm und Reizdarmsyndrom sind nur andere Namen für die Bauchschmerzen und die ständig wechselnde Stuhlbeschaffenheit (Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung), die zu diesen Beschwerden gehören. Wie bei Neurodermitis können Nahrungsmittelallergien, psychosoziale Faktoren sowie bakterielle oder virale Infektionen eine Rolle spielen.
Ich konnte einem kleinen Jungen, der unter Bauchschmerzen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten litt, mit Europium phosphoricum helfen. Europium ist ein Lanthanid, das zu hochintelligenten Kindern passt. Dieser Junge liebte Fisch; er war ziemlich unruhig und leicht ablenkbar. Die Repertorisation ergab Phosphor als Mittel der Wahl: Abneigung gegen Milch, Verlangen nach Fisch, bläuliche Verfärbung um die Augen, Prüfungsangst, Konzentrationsschwierigkeiten beim Lernen.
Dieses Europium phosphoricum-Kind folgte der Beratung sehr aufmerksam; er war vermutlich das intelligenteste Kind seiner Klasse („schlaues Kerlchen“). Er hatte viel vor, aber wenn es darum ging, etwas in die Tat umzusetzen, wagte er keinen Versuch. Man könnte sein Problem so darstellen: zu klug (Stadium 9), auswendig lernen in der Schule (Phosphor), Angst, das Gesicht zu verlieren (Stadium 9) vor seiner Klasse (Phosphor), missverstanden zu werden (Stadium 9) von den Mitschülern und Lehrern (Phosphor). Dieser Junge hatte große Augen, war unabhängig, und hatte die Ausstrahlung eines New-Age-Kindes, lauter Indikationen für die Lanthanide und Gründe für die Wahl von Europium, Stadium 9 der Lanthanide.

Die Lanthanide sind neu in der Homöopathie. Es ist zu erwarten, dass sie sich künftig nicht nur bei Autoimmunerkrankungen, sondern auch bei Allergien und Überempfindlichkeiten, wenn eine Art Übererregbarkeit des Immunsystems eine Rolle spielt, bewähren werden. Das folgende Schema zeigt den Übergang zwischen Allergien und Autoimmunerkrankungen:

Gell und Coombs unterscheiden je nach Typ der Antikörperreaktion vier Gruppen von Überempfindlichkeitsreaktionen: IgE, IgG, IgM, Zytokine ...

Typ 1: Mast-Zellen binden die Antikörper IgE und geben damit Mastzellenmediatoren wie Histamin frei, das eine allergische Entzündung induziert. Die Reaktion erfolgt nach etwa 20 Minuten. Der Test erfolgt via Bluttest für IgE (RAST-Test), Hauttest, Eliminationsdiät. Beispiele: Anaphylaxie (Ohnmacht und Schock); Atopie (Asthma und Ekzem); Nahrungsmittelallergien; Medikamentenüberempfindlichkeiten, Heuschnupfen.


Typ 2
: Ein Antikörper (IgG oder IgM) richtet sich direkt gegen Antigen-Zellen. Dies kann zytotoxische Reaktionen oder die Abtötung von Zellen durch Stimulierung von Killerzellen induzieren, wie es nach einer Bluttransfusion mit einer inkompatiblen Blutgruppe der Fall ist. Die Reaktion tritt nach mehreren Stunden ein. Beispiele: Autoimmune hämolytische Anämie (Zerstörung der roten Blutkörperchen); Myasthenia gravis (Muskelschwäche aufgrund einer gestörten Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln); Pemphigus (Blasenbildung auf der Haut); Überempfindlichkeit auf Medikamente.

Typ 3: Immunkomplexe (von Antigenen zusammen mit IgG oder IgM), die sich im Gewebe ablagern. Das zieht Leukozyten an und führt zu lokalen Gewebeschäden und Entzündungen. Erfolgt nach 6 bis 8 Stunden. Beispiele: Polyarteriitis nodosa (Entzündung der Arterien); Streptokokken-Glomerulonephritis (Entzündung des Filter-Systems der Niere); systemischer Lupus erythematodes (Autoimmun-Erkrankung).

Typ 4: Antigen-sensibilisierte T-Zellen produzieren Zytokine, die lokale Entzündungsreaktionen nach sich ziehen, z.B. nach Organtransplantationen. Erfolgt nach 48 bis 72 Stunden. Beispiele: Nickelallergie, Sarkoidose, Morbus Crohn.

Dieser Artikel ist in gekürzter Fassung in der niederländischen Zeitschrift "Homöopathie", 2/ 2008 erschienen


Fotos: Wikimedia Commons
Kategorien: Allgemein
Stichwort: Lanthanide, Autoimmunerkrankungen, Allergien
Mittel: Europium phosphoricum, Neodyminum carbonicum




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