Lanthanide: Homöopathen als Patienten

 
von Jan Scholten
 
Vor etwa 10 Jahren begann ich mit den Lanthaniden zu experimentieren. Es dauerte fünf Jahre, das Bild der Lanthanide auf ein Niveau zu entwickeln, dass es in Buchform  veröffentlicht werden konnte: „Geheime Lanthanide“. Seit dieser Zeit haben wir eine Menge  Erfahrung mit den Lanthaniden gesammelt und viele Fälle wurden veröffentlicht, zum Beispiel hier in der Zeitschrift „Interhomeopathy“. Die Lanthanide sind zu einem so wichtigen Bestandteil der homöopathischen Praxis geworden, dass ich mich oft frage, wie ich früher ohne sie

arbeiten konnte. Tatsächlich kommen wir nicht ohne sie aus, weil sie sehr verschieden von allen anderen Elementen des Periodensystems sind. Anfangs habe ich sie meist bei langwierigen, hartnäckigen, ungelösten Fällen eingesetzt, aber heute verschreibe ich sie häufig als erstes Mittel.

Lanthanide sind für mich von unschätzbarem Wert, und darüber hinaus macht sie die Schönheit ihrer Bilder attraktiv. Man könnte sagen, dass die Lanthanide uns Homöopathen zu uns selbst zurück bringen. Denn die Qualität der Reflexion der Lanthanoide zeigt sich auch in der homöopathischen Praxis.

In diesem Artikel werde ich das Gesamtbild der Lanthanide behandeln, um ihren Stellenwert in der Homöopathie darzustellen; die notwendigen Qualitäten, die ein Homöopath braucht, sind bei den Lanthaniden zu finden.

Dienen
Die wichtigste Motivation, Homöopath werden zu wollen, ist der Wunsch, Menschen zu helfen. Homöopathen wollen die Menschen besser, gesünder und glücklicher machen. Es besteht das Bestreben, den Menschen und der Menschheit zu dienen. Sie wollen nicht nur bestimmten Personen, sondern den Menschen im Allgemeinen helfen und vielleicht sogar die Menschheit als Ganzes verbessern. Dieser Aspekt ist besonders ausgeprägt in der Gold-Serie, zu der die Lanthanide gehören.

Verständnis
Ein weiteres Motiv ist der Wunsch, Gesundheit und Krankheit zu verstehen. Diese Menschen wollen sich selbst, ihren Körper und ihre Seele verstehen. Indem sie Krankheit und Heilung bei der Arbeit mit ihren Patienten Tag für Tag erleben, beginnen sie zu verstehen, wie es bei ihnen selbst funktioniert. Dies ist nicht nur rational zu verstehen – es geht vor allem um praktisches und emotionales Verständnis.

Abneigung gegen Ärzte
Homöopathen haben oft eine Abneigung gegen konventionelle Medizin und Ärzte. Bestimmte Mittel wie Arnica sind für diese Abneigung gegen Ärzte bekannt. Bei Arnica haben wir das Symptom: „Er sagt, es geht ihm gut und schickt den Arzt weg.“ Diese Haltung ist typisch für die Lanthanide. Die Asteraceae, zu denen Arnica gehört, haben einen hohen Gehalt an Lanthanoiden, und das Bild der Lanthanide ist Teil ihres eigenen Arzneimittelbildes. Eine weitere starke Motivation, Homöopath zu werden ist, dass man sich selbst behandeln kann und nicht mehr abhängig von der Schulmedizin ist.

Freiheit
Die Ablehnung der Schulmedizin ist stark mit einer Abneigung gegen Einflussnahme von außen verbunden. Homöopathen und Lanthanide wollen ihr eigener Chef sein; sie wollen selbst entscheiden und nicht dominiert werden. Das ist genau das, was die Schulmedizin tut, sie dominiert sie. Ärzte haben die Tendenz, Patienten zu beherrschen und ihre Grenzen zu überschreiten. Sie füllen Patienten mit Pillen ab, geben ihnen Injektionen und Impfungen, und in der extremsten Form versetzen sie ihre Patienten in Narkose und operieren sie. Der Patient hat keinen eigenen Willen mehr. Diese Neigung zur Dominanz zeigt sich auch in der Art, wie sich Ärzte oft verhalten: als wüssten sie es besser als der Patient. Sie neigen dazu, für den Patienten zu entscheiden, anstatt ihn zu beraten.

Homöopathen wollen für sich selbst entscheiden und wollen nicht beherrscht werden. Für die Lanthanoide ist die Freiheit ein zentrales Wort. Das kann auf verschiedene Weise zum Ausdruck kommen: ein Wort, das oft verwendet wird, ist „eigen“. Sie wollen ihren eigenen Weg gehen, sie wollen ihr eigenes Leben leben, sie wollen die Dinge auf ihre Weise tun. Natürlich sind auch die Worte ihres Gegenüber wichtig: sie wollen nicht gesagt bekommen, was sie tun sollen; sie wollen nicht beherrscht werden oder sich durch andere einschränken lassen.



Innere Welt
Ein weiterer Faktor, der zu dieser Haltung beiträgt ist, dass Homöopathen ein Wissen von ihrer inneren Welt haben. Sie haben ein intuitives Verständnis dafür, dass Krankheiten von innen und nicht von außen kommen. Dies steht im Gegensatz zur konventionellen Medizin und ihren Ärzten, die die Krankheitsursache als eine Wirkung der Außenwelt sehen und gegen äußere Ursachen wie Bakterien, Viren und Pilze kämpfen. Wenn die Ursache jedoch in der inneren Welt liegt, ist dieser Kampf mit äußeren Ursachen nutzlos und schädlich. Daher gibt es

einen Konflikt zwischen der Schulmedizin und der Philosophie der Homöopathie, die mehr dazu neigt, nach innen zu gehen, anstatt in der Außenwelt zu agieren.

Geheimnis
Ein wichtiges Wort der Lanthanide ist „geheim“. Das liegt an dem Thema der „Verbindung zur inneren Welt“. Die innere Welt ist eine geheime Welt und in den alten Zeiten wurden Gruppen, die sich mit der inneren Welt beschäftigten und versuchten, diese zu entwickeln, als Geheimgesellschaften betrachtet, wie die Rosenkreuzer und die Freimaurer. Die homöopathische Bewegung als solche ist keine geheime Bewegung, doch befindet sie sich auf einem Seitenpfad der Gesellschaft. Sie ist keine Hauptströmung und wird oft völlig missverstanden, daher hat sie einige geheime Aspekte. In einigen Ländern ist die Homöopathie bis zum heutigen Tag verboten; daher ging sie in den Untergrund und wurde geheim.

Philosophie
Homöopathen zeigen ein starkes Verlangen nach Philosophie. Dies ist auch ein wichtiger Aspekt der Lanthanide. Er ist mit dem Wunsch zu verstehen verbunden. Der Verstand ist nicht durch ein technisches Verständnis begrenzt, sondern hat mit dem Verständnis von sich selbst, der Welt, dem Universum und der Essenz des Ganzen zu tun. Er geht in die Tiefe des Lebens, geht dem Wunsch nach zu verstehen, was Leben bedeutet, woher es kommt und wohin es geht.

Tiefe
Das Wort „Tiefe“ ist mit dem häufig verwendeten Wort „tief“ verbunden. Es besteht der Wunsch, die Dinge in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen und nicht nur oberflächlich. Es ist die Tiefe, die wir in Philosophie und Religion finden, allerdings nicht in oberflächlichen religiösen Formen: Es ist eine spirituelle Erfahrung des Lebens. Man findet diese Tiefe oft bei Homöopathen, und sie ist ein wesentliches Merkmal der Lanthanide. Patienten, die Lanthanide brauchen, verwenden oft das Wort „tief“. Sie haben tief liegende Schmerzen, und machen tiefe Erfahrungen.

Postskriptum
Blickt man auf die Entwicklung der Lanthanide in den letzten 10 Jahren zurück, so fällt die enorme Erweiterung von Fällen und Wissen auf. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, diese Mittel in meiner Praxis zu haben. Es gibt viele Fälle, die mithilfe der Lanthanide wunderbare Heilungen erfahren haben, und für die ich ohne sie nicht viel hätte tun können.

Die Bilder der Lanthanide besitzen eine Art von beiläufiger Schönheit. Oft haben sie Ähnlichkeit mit dem Charakter derjenigen, die sich dafür entschieden haben, Homöopathen zu werden. Zu Beginn meiner Praxis sprachen wir Homöopathen oft über den Widerspruch zwischen dem Erfolg, den wir bei unseren Patienten zu verzeichnen hatten, und der geringen Erfolgsquote bei der Behandlung von uns selbst: wir scherzten, die Homöopathen seien unheilbar! Die Lanthanide haben diese Situation verändert, und es gibt jetzt viel mehr, was Homöopathen für sich selbst tun können. Als ob die Homöopathie den Homöopathen nun etwas zurückgäbe.


Fotos: Wikimedia Commons
1. Gnothi seauton (Erkenne dich selbst); gemeinfrei; Mladifilozof
2. Falun Dafa, fünfte Übung; Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert); Quelle: http://www.flickr.com/photos/14871980@N05/2482099283/in/set-72157605013738654
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Falun_Dafa_the_fifth_exercise,_meditation.jpg?uselang=de-formal
Kategorien: Allgemein
Stichwort: Lanthanide, Homöopathen



zurück zurück zur Übersicht