Beweise für die Homöopathie

Erfahrung, Studien und Meta-Analysen sprechen klar
für die Evidenz ihrer Wirksamkeit - von Jan Scholten


Einwände gegen die Homöopathie

Die typischen Einwände lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:

  1. Erstens, es gibt keinen Beweis dafür, dass die Homöopathie wirkt; also dass es keine wissenschaftlichen Studien und keine Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie gäbe. 
  2. Zweitens, die Homöopathie kann nicht wirksam sein, weil ihre Mittel nur aus Wasser bestehen; also dass die Mittel keine chemischen Wirkstoffe enthielten und deshalb auch nicht wirksam sein könnten.

1. Evidenz

Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie gibt es mehr als genug. Als erstes die ganzen Patienten, die im Laufe von 200 Jahren homöopathisch behandelt wurden. Sie bevorzugten die Homöopathie trotz aller Anfeindungen. Auch Ärzte wandten sich der Homöopathie zu, oft nachdem sie klare Gegner derselben gewesen waren. Aber heute werden Beweise verlangt, und zwar meist in Form doppelblinder Studien, in der internationalen Fachsprache RCTs genannt (Randomized Controlled Trials). In Meta-Analysen fasst man mehrere solcher Studien zusammen, um zu einem abschließenden Ergebnis über eine Behandlungsform zu kommen. Es gibt inzwischen mehrere Metaanalysen über homöopathische Studien.

  1. Kleijnen und Knipschild werteten 107 klinische Studien aus. Ihr Fazit: Momentan ist die Evidenz für die Wirksamkeit positiv.
  2. Boissel und Cucherat analysierten 15 Studien. Ihr Fazit: Es gibt Hinweise, dass die Homöopathie wirksamer ist als Placebo. Die Ergebnisse unserer Metaanalyse sind nicht vereinbar mit der Hypothese, dass die klinisch beobachteten Wirkungen der Homöopathie allein auf Placeboeffekte zurückzuführen sind.
  3. Linde analysierte 89 Studien im Jahr 1998 und fasste zusammen: Die Ergebnisse unserer Metaanalyse sind nicht vereinbar mit der Hypothese, dass die klinischen Wirkungen der Homöopathie allein auf Placeboeffekte zurückzuführen sind.
  4. Linde analysierte im selben Jahr 32 Studien und kam zu dem Schluss: Die Ergebnisse der verfügbaren randomisierten Studien legen nahe, dass die individualisierende Homöopathie wirksamer ist als Placebo.
  5. Mathie wertete 93 klinische Studien aus und fasste zusammen: Das gesamte Forschungsmaterial zeigt, dass die Nullhypothese zugunsten der Homöopathie zurückzuweisen ist.

Fazit

Alle fünf Metaanalysen kamen zu dem Schluss, dass die Homöopathie eine wirksame Methode ist, und dass ihre Wirksamkeit nicht durch den Plazeboeffekt zu erklären ist. Im Allgemeinen werden zwei positive Metaanalysen als ausreichend betrachtet, um ein wissenschaftliches Ergebnis anzuerkennen.

Diskussion

Eine weitere Studie von Shang bekam sehr viel Aufmerksamkeit in den Medien, in denen immer wieder „das Ende der Homöopathie“ verkündet wurde. Shang wählte mit großem Bedacht nur acht Studien aus und verglich sie mit acht weiteren Studien der konventionellen Medizin. Diese Selektion brachte ihn zu der Schlussfolgerung, dass die Homöopathie ein Placeboeffekt sei. Nur dieses eine Fazit machte Schlagzeilen in den Medien, obwohl Shang gleichzeitig zugab, dass er Hinweise für eine spezifische Wirkung homöopathischer Mittel gesehen hatte; diese schrieb er jedoch dem Placeboeffekt zu. 

Rutten und seine Mitarbeiter argumentierten mit Erfolg gegen Shangs letzte Schlussfolgerung und konnten zeigen, dass nahezu jede andere Auswahl außer der Shangs die Wirksamkeit der Homöopathie bewiesen hätte. Ganz abgesehen davon war Shangs Studie keine eigentliche Metaanalyse, sondern ein Vergleich von homöopathischer und konventioneller Medizin.

Die oben genannten Metaanalysen zeigen, dass Homöopathie wirksam ist und dass sich diese Wirksamkeit nicht durch den Placeboeffekt erklären lässt. Wenn man die Schlussfolgerungen der Autoren liest, spürt man, dass sie von den Ergebnissen ihrer eigenen Analysen nicht gerade erbaut waren. Man hat den Eindruck, als ob sie sich für ihre Resultate entschuldigten, als ob sie die Ergebnisse irgendwie wegerklären wollten.


2. Inhalt - was ist drin?


Das führt uns zu dem zweiten Einwand gegen die Homöopathie: „Die Homöopathie kann nicht wirken, weil in ihren Mitteln nichts drin ist. Sie sind potenziert und dadurch so hoch verdünnt, dass von der Ausgangssubstanz kein Molekül mehr vorhanden ist“.

Es gibt verschiedene Argumente gegen diesen Einwand.

Theorie und Erfahrung werden verwechselt

Der zweite Einwand kann die Erfahrung nicht wegerklären. Ein echter Wissenschaftler passt seine Theorie an die Ergebnisse der Experimente an und nicht umgekehrt. Genau das tun die Gegner aber, wenn sie behaupten „die Homöopathie kann nicht wirken, weil nichts drin ist“.

Information statt Chemie

Konventionelle Arzneien basieren auf chemischen Reaktionen im Körper. Im Gegensatz dazu  betrachtet man die homöopathischen Mittel am besten als „informative Arzneien“. Die Information wird von der Ausgangssubstanz übertragen, indem man das Mittel bei jedem Potenzierungsschritt verschüttelt. So wird dem Träger (auf Wasser- oder  Laktosebasis) die Information der Ausgangssubstanz eingeprägt. Man kann diesen Informationsaspekt mit der Speicherung auf Computerdisketten vergleichen. Die homöopathischen Mittel sind chemisch alle gleich, genau wie CDs chemisch identisch bleiben, ganz gleich wie man sie bespielt. Nur die Information, die von ihnen übertragen wird, ist sehr verschieden, und nur sie löst die Wirkungen aus. Die Information einer Diskette kann beliebig variieren, von Bach’scher Musik bis zu Familienfotos oder Filmen wie Avatar oder einem Softwareprogramm. Ebenso kann eine homöopathische Arznei unendlich vielfältige Informationen übermitteln.

Potenzen haben physische Wirkungen

Dass homöopathische Mittel nicht „nur Wasser“ sind, wurde in vielen Experimenten nachgewiesen.

Rey konnte beweisen, dass potenziertes Wasser Information speichert, die der Ausgangs­substanz ähnlich ist.
Lo zeigte, dass Eis viele Anomaliezustände hat.
Chikramane bewies, dass homöopathische Potenzen Nanopartikel der Ausgangssubstanz bewahren.
Wolf zeigte, dass Potenzen sich von Wasser unterscheiden.
Czerlinski zeigte, dass Wasser Strukturbereiche bewahrt, die regionalen Substanzen folgen.

Theorie des Wassers als Informationsträger

Rey zeigte, dass Wasser Information speichern kann.

Diskussion

Das Problem ist, wie bereits gesagt, ein paradoxer Konflikt zwischen Theorie und Experiment. Das lässt sich ganz explizit erkennen in einer Vorlesung Vandenbrouckes, in der er sagt: Man kann nicht einfach sagen, „hier haben wir eine Evidenz mit kontrollierten Studien vom Typ Ia, und deshalb müssen wir ihr folgen, weil uns das direkt zu einer Akzeptanz der Homöopathie führen würde. Wenn wir aber akzeptieren, dass eine endlos fortgeführte Verdünnung wirksam sein kann, muss man ein ganzes System chemischer und physikalischer Erkenntnisse verwerfen, das nicht nur die Medizin theoretisch untermauert. Dieser Preis ist zu hoch. Deshalb bleiben wir bei diesem Dogma und halten lieber kritische Distanz zu den Fakten“.

Vandenbroucke, ein Epidemiologe und Gegner der Homöopathie, macht den Fehler, die experimentellen Ergebnisse der Theorie anzupassen. Wer wissenschaftlich arbeitet, muss jedoch die Theorie dem Experiment angleichen.

Zweitens ist seine Schlussfolgerung falsch, dass die Annahme der Fakten dazu führen würde, „ein ganzes System chemischer und physikalischer Einsichten verwerfen“ zu müssen. Das einzige, was man ändern müsste, ist, dem System chemischer und physikalischer Erkenntnisse etwas hinzuzufügen: die Information.


Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen, des Mysteriösen. Es ist die Quelle aller Kunst und wahrer Wissen­schaft. Wer dies nicht erlebt hat, wer nicht mehr staunend und wie gebannt inne­halten kann, erscheint mir, wenn nicht wie ein Toter, so doch wie ein Mensch mit verbundenen Augen. Dieses Erlebnis, diese Empfindung ist der Kern wahrer Religiosität. In diesem Sinne, und nur in diesem Sinne, gehöre ich zu den tief religiösen Menschen.
Albert Einstein


Das englische Original dieses Artikels findet man auf der Webseite Jan Scholtens:
http://www.janscholten.com/janscholten/Evidence.html

Fotos: Shutterstock Walderdbeere, Echinacea


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