Homöopathische Langzeitstudie

Homöopathische Langzeitstudie veröffentlicht

Homöopathie-Patienten sagen häufig, dass sich ihr Gesundheitszustand verbessert hat

von Amy Norton

Hahnemann Statue

Hahnemann Memorial
Washington D.C.

Viele Menschen, die sich bei chronischen Krankheiten für eine homöopathische Behandlung entscheiden, berichten von dauerhafter Besserung der Gesundheit, wie eine neue Studie herausfand. Von Patienten aus mehr als 100 deutschen und schweizerischen homöopathischen Praxen erhielten die Forscher viele Berichte von langfristigen Besserungen bei chronischen Zuständen wie Kopfschmerzen, Allergien und Schlafstörungen. Jedoch kann man aus diesen Ergebnissen nach Meinung der Forscher nicht unbedingt den Schluss ziehen, dass die alternativen Therapien allein für die gesundheitlichen Verbesserungen verantwortlich waren.

Die Homöopathie, die im 18. Jahrhundert in Deutschland begründet wurde, beruht auf dem Simile-Prinzip ‘mit dem Ähnlichen heilen’. Substanzen, die bestimmte Symptome hervorrufen würden, können in potenzierter Form dieselben Symptome heilen.

Die Homöopathie ist umstritten, weil einige ihrer zentralen Konzepte nicht mit der modernen Wissenschaft zu vereinbaren sind und viele Studien ergeben haben, dass die Mittel nicht wirksamer sind als Placebogaben. Die aktuelle Studie, die in der Zeitschrift ‘BMC Public Health’ veröffentlicht wurde, richtete ihr Augenmerk darauf, wie es den Patienten in ihrem täglichen Leben erging. Daher kann sie auch die Frage, inwieweit die Mittel tatsächlich wirksam waren, nicht definitiv beantworten, wie die Untersuchungsleiterin Dr. Claudia Witt von ‚Reuters Health’ mitteilte.

"Diese Beobachtungsstudie erlaubt uns nicht, eine Kausalität zwischen der Besserung des Befindens und dem verabreichten homöopathischen Mittel festzustellen, ebenso wenig schließt sie den Placebo-Effekt aus," sagt Witt vom Charité-Universitätsklinikum in Berlin. Die Untersuchungsergebnisse basieren auf einer achtjährigen Langzeitstudie mit 3.709 Erwachsenen und Kindern, die in 103 homöopathischen Praxen behandelt wurden.

Am Schluss der Untersuchung fand das Team um Witt, dass ein Drittel noch in homöopathischer Behandlung war, während ein weiteres Drittel die Behandlung beendet hatte, weil es ihnen gesundheitlich wieder besser ging. Die verbleibenden Patienten hatten die Behandlung eingestellt, weil sie nicht die erhoffte Wirkung hatte. Die Studie hat gezeigt, dass Patienten durchschnittlich im Verlauf der Zeit über signifikante Verbesserungen ihres Befindens berichten.

Fast die Hälfte sagte aus, der Schweregrad ihrer Symptome sei um mindestens 50% zurück gegangen. Witt und Kollegen sind jedoch der Ansicht, es sei nicht möglich, zu sagen, ob die homöopathische Behandlung diese Verbesserungen ausgelöst habe, weil viele Patienten zusätzlich weitere alternative Behandlungen durchführten oder außerdem schulmedizinisch behandelt wurden. Laut Aussagen der Forscher könnte darüber hinaus der Placebo-Effekt eine Rolle gespielt haben, indem sich einige Patienten nur deshalb besser fühlen, weil sie an die Wirkung der homöopathischen Mittel glauben.

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Abstract bei PubMed
Originaltitel: How healthy are chronically ill patients after eight years of homeopathic treatment?--Results from a long term observational study.
Quelle: BMC Public Health, online 17.December 2008.

 



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